Die Leinwand

Ein Spiegelkabinett mit zwei Eingängen: Hinter beiden Buchdeckeln beginnt je eine Geschichte. Genau in der Mitte kommt es zur Konfrontation, treffen die beiden Erzähler, Amnon Zichroni und Jan Wechsler, aufeinander. Amnon Zichroni begegnet dem Geigenbauer Minsky, den er ermuntert, seine traumatische Kindheit in einem NS-Vernichtungslager schreibend zu verarbeiten. Zehn Jahre später wird eben diesem Jan Wechsler ein Koffer zugestellt, der ihm bei einer Reise nach Israel verloren gegangen sein soll – doch Wechsler kann sich an den Koffer nicht erinnern.

Was imaginäre Welt und was Fiktion? Als wie wandelbar hat unsere Identität zu gelten? Benjamin Stein entwickelt um diese Fragen ein faszinierendes Spiel und bannt uns in Lebenswelten und Kulturräume, die in ihrer Brüchigkeit vertraut erscheinen und uns vom Nationalsozialismus bis in die Gegenwart führen.

Übersetzungen:

»Платно«, Übers.: Elizabeta Lindner, Blesok, Mazedonien, 2011.

»The Canvas«, Übers.: Brian Zumhagen, Open Letter Books, USA, 09/2012.

»La Tela«, Übers.: Elisa Leonzio, Keller Editore, Italien, 01/2013.

»Beyaz Tuval«, Übers.: Fikret Doğan, Metis Publications, Türkei, 03/2013.

»Vászon«, Übers.: Mária Tóth, Napvilág Kiadó, Ungarn, 03/2014.

»Den vita duken«, Übers.: Jörn Lindskog, Thorén och Lindskog, Schweden, 2014.

»Canevas«, Übers.: Sacha Zilberfarb, Gallimard, Frankreich, 01/2015.

»הקנבס«, Keter Publishing, Israel, vorauss. 2015.

»El lienzo«, Übers.: Claudia Barrico, Adriana Hidalgo editore, Argentinien, 9/2015.

Roman, gebunden
C.H. Beck 2010

Pressestimmen

Ijoma Mangold, Die Zeit Online:

“Benjamin Steins Roman Die Leinwand ist auch deshalb eine solche Sensation, weil er mit wunderbarer Frische ein Genre revitalisiert, das es in der deutschen Literatur der vergangenen 60 Jahre aus naheliegenden Gründen kaum gegeben hat: eine jüdische Diaspora-Literatur, die ihren Witz aus den Neurosen schlägt, die jüdische Identität in einer nichtjüdischen Umwelt hervorbringt. “

Anja Hirsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung:

“Steins Bauplan mag mathematischen Potenzierungsgesetzen folgen. Die Vervielfältigung seiner Themen – Fälschung, Identitätsverlust, Neuschreibung – betreibt er jedoch rein poetisch, mit einer genüsslichen Freude am Dunklen, Triebhaften. Und so folgt man den verschlungenen Pfaden dieses Romans über die Leinwand unseres Selbst ausgesprochen gern. “