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Geschwister prägen unser Leben viel mehr, als uns bewusst ist. Welche Facetten unseres Ichs wir kultivieren, wie wir uns in der Gesellschaft positionieren, welche Partner uns gefallen – unsere gesamte Identität hängt auch mit unseren Geschwistern zusammen.

Mit Geschwistern lernen wir nicht das Teilen. Nein, wir lernen das Verhandeln und die Grenzen unserer Macht zu akzeptieren. Mit Geschwistern erfahren wir das erste Mal, was Gerechtigkeit bedeutet. Nicht durch unseren Edelmut, sondern durch den wütenden Zorn in uns, wenn wir uns übervorteilt fühlen. Im sozialen Trainingscamp der Familie lernen wir auch unsere Rollen einzunehmen und fast nichts kann uns davor schützen, auch als Erwachsener wieder der große Bruder zu sein, der alle Schläge abfängt, oder die kleine Schwester, der niemand etwas zutraut. Die Vielfalt der hier versammelten Geschwistergeschichten, ergänzt um die Erkenntnisse der Geschwisterforschung, macht es leicht, sich selbst tiefer zu verstehen, gleich ob man mit oder ohne Geschwister aufgewachsen ist.

Sachbuch, 352, gebunden mit Schutzumschlag
Klett-Cotta 2014

Pressestimmen

www.literaturkritik.de, Liliane Studer, 07.04.2015:

“Ich gebe es gerne zu, dieses Buch hat mir die Augen geöffnet. Nicht nur, dass es Erinnerungen wieder an die Oberfläche holte, die ich längst vergessen glaubte. Vielmehr wurde mir so einiges klar.”

n-tv, Solveig Bach:

“Susann Sitzler ist mit ihrer Geburt kleine Schwester, später wird sie auch noch Stiefschwester und große Halbschwester. Das Thema “Geschwister” begleitet die Autorin und Journalistin ihr Leben lang, auch dann, als sie mit den eigenen Geschwistern kaum Kontakt hat. Der Erforschung dieser Beziehung hat sie nun ein ganzes Buch gewidmet: “Geschwister: Die längste Beziehung unseres Lebens”. Auf 350 Seiten setzt sie damit ihren eigenen Brüdern und Schwestern ein Denkmal und grübelt sich gleichzeitig durch die Glaubenssätze der mehr oder weniger aktuellen Geschwisterforschung.”

Radio SRF2 Kultur von Cornelia Kazis:

“Ein Kaleidoskop, das sich fast wie ein Krimi liest. Und obendrein das Nachdenken über die eigene Familie unweigerlich nach sich zieht.”

NZZ am Sonntag vom 31.08.2014:

Sitzler handelt so ziemlich alles ab, was sich in Bezug auf Brüder und Schwestern fragen, wissen und denken lässt. Die verschiedenen Arten von Geschwistern – leibliche, adoptierte, Stiefgeschwister – ebenso wie die Bedeutung von kranken, behinderten oder gestorbenen Geschwistern. Geschwister als Ressource und als Last. Vorstellungen zu Geschwisterschaft in anderen Kulturen. Geschwister als Geschäftspartner. Streit und Wege zur Versöhnung, oft erst im Alter. Was man mit Geschwistern lernen kann – und was nicht.