Tijan Sila-Tierchen unlimited_Cover

Irreparabel unglücklich und extrem gut gelaunt

Tijan Sila erzählt in seinem turbulenten Debütroman »Tierchen unlimited« von einem Jungen im bosnischen Bürgerkrieg, seiner Flucht nach Deutschland und seinem Leben unter deutschen Neonazis. Und von den Tücken der Erinnerung.

Sarajevo in den Neunzigern: Die Stadt steht unter Beschuss. Wie erlebt ein Kind den Krieg? Das Comictauschen wird durch Granatenhagel erschwert, der Strom zum Computerspielen ist ständig knapp, und die amerikanischen Soldaten lassen sich nur mit gestohlenen Sex-Heftchen zum Basketballspielen überreden. Oft gefährlich, aber vor allem aufregend und niemals langweilig. Der junge Ich-Erzähler möchte bleiben, aber seine Eltern halten es nicht mehr aus und hoffen auf einen Neuanfang in Deutschland.

Nach einer verstörenden Flucht in einem Autobus erreicht der Junge mit seiner Familie Rheinland-Pfalz. Seine neuen Freunde sind Neonazis oder wollen zur Polizei, oder beides. Auch seine Schulfreundin Sarah, mit der er zusammen Gewichte stemmt und erste erotische Erfahrungen sammelt, begegnet ihm Jahre später als Polizistin wieder. Als ein Neonazi ihn bei einem Liebesabenteuer nachts aus dem Bett prügelt, nimmt sie für ihn Rache, und weckt dadurch Gespenster seiner traumatischen Vergangenheit.

Wild, bedrückend genau und dabei hoffnungsvoll komisch erzählt »Tierchen unlimited« von einem jungen Mann, für den Grenzen nur existieren, um sie zu übertreten.

Roman, 224, Pappband
Kiepenheuer&Witsch 2017

Pressestimmen

Takis Würger::

“Die Themen sind schwer, aber das Buch ist es nicht. Es macht Spaß, es ist lustig und es hat mich erschüttert”

Samuel Hamen, Tell-Magazin::

In einer klugen Umstülpung der Verhältnisse setzt der Roman mit einer entgegengesetzten Fluchtbewegung ein. Denn Tierchen unlimited möchte vor allem eins nicht sein: Migrationsliteratur mit den üblichen Verdächtigen.

Barbara Ter-Nedden, Parkbuchhandlung (Bonn)::

“[…] das ständige Wechseln der Zeitebenen gibt dem Text etwas aufgewecktes, jugendliches wie auch der Wechsel zwischen Ernst und Slapstick, zwischen Hoch- und Gossensprache. Wenn Sie Lust haben auf ein rasantes, witziges Buch im Stil von Tschick, dann greifen Sie zu.”

zuckerkick:

“Dieses Werk hier ist so mitreißend, dass man es am Ende gleich nochmal von vorne lesen möchte.”

Doris Akrap, TAZ:

“Das Buch ist ein bisschen wie Sila selbst. Es reißt einen mit in rasante Passagen, die plötzlich irgendwo anders hin drehen, zu Slapstick werden oder zu extrem dunklen Momenten in Straßen und Hinterhöfen Sarajevos während der Belagerung führen. […] Mit diesem Roman hat Sila Wege abseits der ausgelatschten Routen des Genres Deutsche Literatur mit Migrationshintergrund ausprobiert. […] Sila ist ein ungewöhnlicher Autor.”

Olivia Samnick, Spiegel Online:

“Die Gefühlsabgründe, die Scham, die Wut, das Verlorensein, das Selbstmitleid legt Sila gekonnt offen, ohne dabei rührselig zu wirken – im Gegenteil: Öfter als bei einer solchen schroffen Thematik angenommen, erwischt man sich lachend beim Lesen.”

Radio FM4:

“Da erzählt einer von Kindheit im Krieg und dem Neubeginn in einem anderen Land so hart, dass es lustig wird.”

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung:

“Sila entwickelt einen sehr eigenen Ton, dunkel und durchdrungen von schrillem Humor.”

Express:

“Tijan Silas Debütroman ist sprachlich ungeheuer fantasiereich, witzig, mitreißend – lesenswert.”

Susanne Schütz, Die Rheinpfalz:

“Sein “Tierchen Unlimited” ist ein rohes, kluges, grotesk-schwarzhumoriges und oft sehr wahrhaftig wirkendes Porträt einer Kindheit in Sarajevo und einer Jugend zwischen Mannheim, Haßloch, Zweibrücken, Frankenthal und dem “Betze”. […] Tijan Sila […] schreibt so treffend, dass der Schmerz dieser Zeit auch den Leser packt. […] Nichts ist hier blumig, die Sprache ist direkt, schonungslos, derb, oft aber auch hoch komisch.”

AstroLibrium:

“Tijan Sila verliert bei aller Dramatik des Themas niemals den hoffnungsvollen Ton eines Träumers. Sein Roman bleibt amüsant und die Verkettung aller Umstände, in die sich der namenlose Protagonist verstrickt, liest sich wie eine Parodie auf das Leben.”

Gesa Ufer, Die Literaturagenten Radio Eins:

“Der Stil. Das ist total krass, total schnörkellos. Alles andere als kitschig. […] Sprachlich packend. Wunderbar leicht geschrieben und dabei so, dass diese Gewalt des Krieges im Hintergrund immer wieder aufscheint.”

Christoph Schröder, Süddeutsche Zeitung:

“Es ist ein schnelles und manchmal hartes, streckenweise komisches und dann wieder albernes Buch. Ganz sicher aber ist es zu keinem Zeitpunkt öde.”

Ulrich Noller, WDR Cosmo:

“Tijan Sila ist ein starker Erzähler, konzentriert und kreativ und komisch. Er zieht alles und jeden durch den Kakao, vor allem aber sich selbst. Auch deshalb: Eine echte Entdeckung, tolle Unterhaltung, großes Vergnügen.”